Bilbao

ein reisebericht:

Bilb(a)o  

     Perle im Baskenland

Bilbao, oder Bilbo – wie der Baske sagt –  ist ein verträumtes Städtchen. Mitten in den Bergen der Pyrenäen, an der Biskaya-Küste – und rund um das Guggenheim-Museum. Der Hit der Stadt am Rio Nervión. Im Auftrag der Bürgerschaft in den ehemaligen Industriegebieten vom Stararchitekten Frank O. Gehry (siehe auch Medienhafen Düsseldorf) erbaut, hat es sich zum weltweit wirkenden Magneten entwickelt und pumpt Euros, Dollars, Yen und Rubel in den Gemeindetopf. Das wohl einzige Museum der Welt, bei dem es völlig egal ist, was ausgestellt wird. Das Museum ist das eigentliche Exponat. Wahrlich eine Reise wert. Aber auch die Altstadt (Siete Calles) mit den Markthallen (Mercado de la Ribera), unmittelbar am Rio de Bilbao ( Rio Nervión) gelegen. Verbunden durch eine sehr schön angelegte Flusspromenade entlang des Rio Nevión bis hin zum Guggenheim-Museum. Hier lässt es sich herrlich relaxen. Auf halbem Weg führt vom Placa Funicular eine Seilbahn auf den „Artxanda-Berg“ mit lohnenswertem Ausblick auf die Stadt, die Berge der Pyrenäen und – natürich – auf das Guggenheim. Ein Ausflug mit der U-/S-Bahn führt in ca. 30 Min. zu einer der seltenen Schwebe-fähren, die Puente Colgante, kurz vor der Einmündung des Rio Bilbao in den Atlantik. Diese Fahr-/Schwebebrücke ist eine pitoreske Attraktion, wurde bereits 1890 erbaut und ist  Welt-Kultur-Erbe.

Semana Grande Aste Nagusia 2011:

Nein nicht Guggenheim-Museum sondern diesmal ‚Museo de Bellas Artes de Bilbao’, morgens vor 10.00 Uhr! Ein kleines aber feines Museum mit vorrangig spanischen bzw. baskischen Künstlern von der Renaissance bis zur Gegenwart, von El Greco über Goya, Gaugin bis hin zu Bacon. Ein Steinwurf entfernt vom Guggenheim. Das natürlich stets präsente highlight des modernen Bilbao.( www.museobilbao.com). Hänge-Schwebe-Brücke in Portugalete, die >Puene-Colgante< (www.puente-colgante.com ), immer sehenwert und einen (Café-)Cortado wert.

Aber dieses mal stand Bilbao ganz im Bann der >Semana Grande Aste Nagusi<. In der sogenannten >Großen Woche von Bilbao / Semana Grande Aste Nagusia< finden die Feierlichkeiten zu Ehren der Schutz-patronin Virgen de Begoña statt.  Die Hauptstadt der Region Biskaya verwandelt sich in eine große Bühne für Konzerte, Spektakel, Theateraufführungen, Feuerwerke und Aktivitäten für Kinder. Schauplatz all dieser Veranstaltungen sind zum Beispiel der Plaza Nueva, der Plaza de Bizkaia, der Plaza de Unamuno und der Plaza de la Encarnación, der Muelle de Uribitarte oder der Paseo del Arenal. Der Eröffnungsrede sowie dem die Feierlichkeiten auslösenden Startschuss kann man im Arriaga-Theater beiwohnen

Eine ganze Stadt voller Musik, Vorführungen an jeder Ecke für Jung und Alt, Tanz, Theater, Musik, von Traditionell bis Rock & Pop. Und jeden !!! Abend Feuerwerk, immer von einem anderen Land aus-gerichtet und das Feinste vom Feinen. Und an jeder Ecke Kleinigkeiten zum Esssen. Insbesondere natürlich in der Altstadt. Und der Baske überlebt das alles mit einem dicken Gummiband am Gürtel, egal ob Männ- oder Weiblein, für das Einheitsglas. Ganz gleich ob mit Bier oder Wein gefüllt. Und nach Hause fährt man erst am kommenden Morgen. So beobachtet morgens im Bus nach >Guernica und an die Küste nach >Bermeo. Ein  Bus voller schlafender aber zufriedener Menschen, mit einem leeren Glas im Gummiband am Bauch 🙂

>Guernica< , die heilige baskische Stadt, hier haben schon die Könige Kastiliens ihhttps://reisereports.eu/wp-content/uploads/Bilbao-2011-webb-neu031.jpgren Eid geleistet und war daher immer eine Stadt der Frei- und Unabhängigkeit, oder auch heute >Ciudad de la paz/ Stadt des Friedens< genannt: eine vertäumte Kleinstadt mit einer traurigen Historie. 1937 hatte Hitlers Luftwaffe ( Legion Condor: www.spiegel.de/panorama/zeitgeschichte/0,1518,479393,00.html ) das Städtchen in Schutt und Asche gebombt. Ein kleines Museum erinnert an diesen Wahnsinn.(www.museodelapaz.org)

Ganz im Gegensatz dazu:  >Bermeo<,  ca. eine Autostunde nördlich von Bilbo, ein pittoreskes kleines Fischerdorf mit Hafen und Strand am At lantik. Zu Füssen der Pyrenäen, sozusagen im Allgäu an der Biskaya.  Bilb(a)o und das Baskenland – immer eine Reise wert. Nur zu empfehlen. Wir waren nicht zum letzten mal dort!

Ein paar Eindrücke in der Fotogalerie >Bilbao <