Namibia

ein reisereport:

 Namibia 2017

Ein sonniger Winter

Windhoek – Sossusvlei(Namib) –  Swakopmund(Namib)  Vinger Clip – Etosha – Waterberg Plateau ( Kalahari)

Süd-West-Afrika‚Deutsch’ Süd-West – ein Klischee?!Einfach nur Vergangenheit? Und wenn ja, welche oder wessen? Tangiert uns das überhaupt noch? – Als Kind trugen wir damals im Sommer unsere „Süd-Wester“, praktisch und ganz selbstverständlich – ein Leinenhut mit hochgeschlagener Seitenkrempe. Süd-Wester?  Zurück nach ->Windhoek: einer der dominantesten Bauten im Stadtzentrum ist die etwas erhöht liegende ->Christuskirche. Eine grosse evangelische Kirche, wie sie überall in Deutschland stehen könnte. Im Inneren steht ein Bäumchen, an dessen Zweigen kleine Bildzettel hängen, gute 50. Sie zeigen Bilder der allein in 2017 getauften Babies – alle mit deutschen Namen. Gleich nebenan steht ein gewaltiger Hochhaus-Neubau: das -> Independent Memorial Museum. Entworfen und erbaut von Nord-Korea. Mit monumentaler Statue, in nahezu stalinistischem Stil, des Staatsgründers, ersten Präsidenten ->Sam Nujoma. Die damalige politische Ausrichtung war sozialistisch und daher der DDR oder Nord-Korea zugewandt. Der heutige Präsident heisst übrigens ->Hage Gottfried Geingob, seit 2015. Das Museum kann man als kostenlose (der Fahrstuhl) Aussichtsplattform nutzen und den Blick auf die Christuskirche bzw. Windhoek und das bergige Umland geniessen. Da sich auf dem Dach auch eine Bar befindet, ein idealer Platz für einen Sundowner. Achtung! Im Winter geht die Sonne kurz nach 17.00 unter. Im Sommer aber auch nur 1-2 Stunden später. – Und wiederum einen Steinwurf weiter erreicht man die Alte Feste und davor die -> Genocide Memorial Statue, zum Gedenken des Völkermordes der deutschen Kolonialmacht an den ->Hereros und -> Nama. Auch diese Statue wurde in bzw. von Nord-Korea konzipert und erbaut. Da ist sie wieder, die Vergangenheit.

2014-Genozid-Denkmal-Kohrs-aNach Sonnenuntergang erstirbt das Leben auf der Strasse nahezu schlagartig. Im Zentrum ist es aber trotzdem möglich, als Fussgänger unbehelligt rumzulaufen. Wir sind nie ‚negativ kontaktiert’ worden. Wer entweder an echter afrikanischer Handarbeit oder einer gemütlichen Kneipe oder einem guten Esslokal interessiert ist, dem sei der ->Art & Craftsmarket in der Talstr. empfohlen. Im -> Old Brewerie Complex, parallel zur Independance Ave, nahe dem Hilton. Hier hat es gefühlte 40 – 50 Handwerksbetriebe mit allem, was ein Touristenherz höher schlagen lässt. Und nicht – made in Taiwan. Oder eine kleine Cafeteria, Bier- oder Snackbar – und -> JoJo’s. Ein von einem französischen Koch geführtes Edelrestaurant im Stil eines Jazzkellers – mit französisch-namibischen Speisen vom Feinsten. Optisch wie geschmacklich. Barchef und Manager ist ein Deutscher. In einer alten Werkshalle der Brauerei.

Erstes Ziel unserer 2017er Tour war ->Sossusvlei in der ->Namib-Wüste, im Süd-Westen des Landes. Auf ging’s. Anfangs hatten die Strassen noch was von Süd-Afrika, etwas schmaler, gut geteert aber mit seit vielen Jahre zugewachsenen Randstreifen. Platzmachen zum Überholen war nicht. Nach 60 km war damit auch Schluss, als es bei ->Rehoboth rechts ab nach Westen ging. Auf ->Gravelroad. 80% aller namibischen Strassen sind gravel.  Und Gravelroad Namibia ist nicht Gravelroad SüdAfrika oder Australien. Sind sie dort sandiger, festgefahrener, sind die Gravels hier aus porösem Tuffgestein, klein bis faustgross. Das heisst aber, dass sich dieser Schotter leichter zusammenschiebt und sich eher wie Tiefschnee verhält. So fühlt sich auch das Fahren an. Möchte man eine Spurrinne verlassen, will der Wagen das noch lange nicht. Auch Bremsen sollte mit viel Gefühl erfolgen. Bremsbereit muss man allerdings ständig sein, denn Wildtiere, von der ->Oryx-Antilope bis zum ->Guinea-Fowl-Perlhuhn, lieben es, plötzlich die Strasse zu überqueren. Und wir wollen sie ja sehen und nicht platt machen  Die Regel für Gravelroads heisst allgemein: Geschwindigkeit 60 – 80 km/h, langsamer rubbelt sonst das Lenkrad total, immer die günstigste Fahrspur suchen, egal ob links, mitte, rechts. Vor Kuppen oder Kurven natürlich immer ganz links. Und immer Licht an. Denn es staubt gewaltig. Was andererseits den Vorteil hat, dass man entgegen-kommende Fahrzeuge schon Kilometer voraus sieht. Die Verkehrsdichte ist zum Glück erträglich, gefühlte gut zwanzig   entgegenkommende Fahrzeuge pro Stunde. Und Überholende? Kaum, wenn man sich an die Durchschnittsgeschwindigkeit hält. Die Tour hat uns gezeigt, dass es schon etwas einfacher ist, mit einem 4×4 Fahrzeuag unterwegs zu sein. Wir hatten keins.

Die Landschaft kann schon schnell eine gewisse Eintönigkeit erlangen. In langsamem Wechsel Flachland, hügeliges Land, Gebirgsmassive am Hintergrund, Buschland, niedrige Bäume bzw. die zugehörigen ->Schirmakazien (Leopardenbäume) – und links und rechts ein nicht enden wollender Drahtzaun – mehr zum Schutz der Autofahrer. Warzenschweine lieben es, diese Zäune zu unterbuddeln. Und das macht ja die permanente Spannung bei solch einer Tour aus: steht hinter der nächsten Kurve eine Antilope o.ä.?? Die meisten ->Kudus, ->Warzenschweine oder auch ->Elefanten sieht man allerdings nur auf den Warnzeichen  Schon viele Kilometer vor der -> Namib kann man sie schon sehen, die Namib. Nicht den Sand sondern ein riesig gelb-silber-schimmerndes Meer von ->Büffel- oder Savannengras, das sich bis hoch an die Berghänge zieht. Und dann plötzlich mitten in der öden roten immer flacher gewordenen Landschaft ein paar Hütten, noch mehr Hütten, Windräder: die sog. Desertcamps mit der ->Sossusvlei Lodge als Zentrum. Einer Wild-West-Stadt/-Städtchen ähnelnd. Und siehe da: alles geteert. Denn hier kommen viele Touristenströme/-strassen zusammen. Hier befindet sich auch das Eingangstor zum -> Namib Naukluft National Park mit dem Sandfeld ->Sossusvlei. Die Strasse, voll geteert, verläuft recht gerade über gut 50 km und immer von roten Hügeln und später riesigen roten Dünen begleitet, Oryxe und Impalas durch das rote Ödland tapsend, bis zum Ende : für Nicht-4×4-Fahrer. Ein Shuttle-Service bringt uns dann die restlichen fünf Kilometer zum Sossusvlei. Wer einen 4×4 hat, fährt selbst – oder meint selbst fahren zu können. Leider glauben das all zu viele, die es aber nicht können. Haben schon gleich am Anfang 4-5 im tiefen Sand Steckengebliebene passiert. Aber mit gemeinsamer Hilfe sind alle wieder rausgekommen.

Viele, in den Jeep passten 4-6 Personen, peilen sofort eine der nächstliegenden Dünen an und starten die Gipfelerstürmung. Wie viele es geschafft haben, wissen wir nicht. Wie im Tiefschnee heisst es auch hier, zwei Schritte bergauf, ein Schritt zurückrutschen. Mühsam und schweisstreibend. Zwischen den Dünen erstrecken sich immer wieder weiss glänzende Salzfelder, von schwarzen toten Bäumen gespickt. Piktoresk. Da der Shuttle-Service keine festen Fahrzeiten hat, wie auch in Afrika? , hat man alle Zeit der Welt, diese fremde, fast unwirkliche Welt auf sich wirken zu lassen. Und die Stille entweder zu geniessen oder zu ertragen. Allenfalls Windböen rauschen mal über die Köpfe. Selbst Vögel sind hier Fehlanzeige. Also keinerlei Zeitdruck – es sei denn, die Blase drängt. Und je einen Bretter-verschlag für Männlein und Weiblein gibt es auch. Ein freundlicher Schwarzer mit Wasserflasche steht davor und weist gleich darauf hin: ‚hier alles unisex. Wasser für Händewaschen, bitte.’ Auf deutsch, natürlich.

Ein Wort zur -> Sossusvlei Lodge bzw. zum Desert Camp: Äusserst gepflegt und sauber. Die Wände im Camp alles Zeltleinen, daher dünn und nachts verdammt kalt aber urig und gemütlich. Die Chalets in der Lodge sind mehr Stein bzw. Wellblech. Etwas ‚nachtfreundlicher’. Abendessen und Frühstück in beiden Fällen in der Lodge. Qualität hervorragend. Abends grosse Grillstationen, getrennt Wildbret und Fisch. Vorspeise- und Nachspeise-Buffet üppigst und hervorragend. Gleiches gilt für Frühstücksbuffet. Eigentlich ein eher befremdlicher Widerspruch zwischen öder Wüstenlandschaft und edler Konsum-Zivilisation

Weiter gings Richtung -> Swakopmund, nord-westlich an die Atlanikküste, immer noch Namib. Gut 260 km Gravelroad pur. Bilderbuch-Wüste, gelb und sandig, schwarz-tote Tuffsteingebirge und Schluchten, vegetationsfreie Pässe, Reise durch totes ‚Mordor-Land’, grosse graugelbe Ebenen, Gravelpiste bis zu 10m breit und immer geradeaus. Könnte man direkt abheben. Einsam gelegene Farmen, einsame Oryxe oder Imapalas. Und zwischendurch plötzlich ‚Out of Africa’ Kulisse: kleiner Gebirgszug, sanfte Hügel, endlose sanft gewellte Alm mit silbrigem Savannengras und einem riesigen Wild-West-Eingangstor: ->Rostock Ritz. Die Chalets dieser Lodge schmiegten sich an die Berge wie kleine Hobbit-Häuser, dunkler Felsstein um ein zentrales Hauptgebäude gruppiert. Und von der Terrasse aus der! Traumweitblick über die Savanne mit den Antilopen. Und einer gediegenen Küche. Und Inhabern bzw. Personal mit gepflegtem Deutsch – Rostock Ritz.

Und dann 5 km vor Swakopmund – schlagartig Schluss mit Wüstenlandschaft und – Wetter. Nebel, grau, nass. Graue Stadt am Meer – von gelber Wüste umzingelt. Und das Städtchen, mehr ist Swakopmund nicht, ist deutsch! Geschäfte, Strassen, Schulen, Hotels alles, sehr vieles, deutsch. Und mitten im Stadtzentrum in der Fussgänger-mall – das >Brauhaus. Als Nicht-Deutscher hat man hier leicht möglich Probleme mit der Kommunikation und/oder der Speisekarte. Die Hefeweisse war echt deutsch , was sonst.   –   Ein Muss für jeden Besucher ist der ->Jetty, ein Steg weit in den Atlantik gebaut. Rechte Seite für Angler, linke für alle anderen. Das Fischrestaurant am Anfang oder am Ende des Jetty muss man zumindest auf einen Drink oder Kaffee  besucht haben.  –   Den deutschen Spuren sollte man in diesem Städtchen schon ein bisschen aufmerksam folgen: -> Wikipedia. Allein der Schulhof mit seinen ‚East-Side-Gallery’-Mauerbildern oder ein Blick vom Turm der Villa des Reeders ->Woermann lohnen sich –  oder das alte Amtsgericht oder der alte Bahnhof, heute Hotel.

Nächste Station war dann ->Vinger Clip, Richtung Nord-Ost. Entlang der Küste war noch alles geteert, bis Hentjes Bay. Dann scharf rechts ab nach Osten – Gravelroad immer geradeaus. Nur gesäumt von den Pfählen der Telefonleitung. Eine Fahrt quasi ins gelbe Nirgendwo. Fast kein Baum, kein Strauch, kein Tier – kein, fast kein entgegenkommendes Auto. Typische Namibia-Landschaft. Rechts und links endloser Drahtzaun. In Australien für bzw. wg. der Hüpperus. Aber hier ?! Kaum dem Atlantik den Rücken gekehrt, kehrte die Wüstenhitze und –trockenheit zurück, gute 30°.

->Vinger Clip, eine Felsnadel, bisschen wie das ->Malteser-kreuz in den Ceder-bergen, nördl. von Kapstadt, mitten im namibischen Arizona.  Riesige, rote Fels-formationen, senkrecht aus der Ebene gewachsen mit oben flachgebügeltem Plateau. In der Ebene endloses Buschland mit –> Baboons. Die Chalets, die Lodge lagen im Schatten solch eines Plateau-Felsblocks. Mit einem Minirestaurant ganz oben auf dem Plateau. Fussweg über eine Stahl-Feuerleiter gute 80 m in die Höhe – und einem irren Ausblick über die Arizonalandschaft. Hier gab es nach Sonnenuntergang, traumhaft, der Sonnenuntergang, ein kleines Wildbret-Buffet für die sechs mutigen Abendgäste. Und lustige Geschichten des Kochs über die Abenteuer eines in der Nacht arbeitenden Kochs mit Löwen, Elefanten, Baboons und anderen Tieren links und rechts der nächtlichen Strassen. Auf ‚denglisch’.  Und für uns den Abstieg über die Feuerleiter und durch das Buschland bei Nacht, mit Stirnlampe.  Nachmittags hatten noch die Baboons vom Plateau über die Ebene gebrüllt, jetzt am Abend bzw. in der Nacht waren wir alleine – mit dem Vogel-gezwitscher im Buschland. Vor Sonnenunter-gang konnten wir vom Chalet bzw. der Lodge noch eine ganze Herde Baboons auf ihrem Weg aus dem Busch zum unterhalb des Camps liegenden Wasserloch beobachten. Und dann kam ganz hinten aus der Tiefe des Buschlandes eine grosse Giraffe anmarschiert. Schöner Sonnenuntergang.  – Am folgenden Tag war eine Wanderung durch das Buschland zum Vinger Clip Felsen angesagt. Und da waren sie wieder, die Baboon-Herde. Friedlich im Schatten der Felsnadel ruhend. Und wir zwei Touries? Krabbelten auf der anderen , der Sonnenseite rauf zum Clip – und ruhten in der Sonne. Sicher durch den Vinger Clip von den Baboons getrennt. Wir waren ganz froh – und denen war es sicher völlig egal.

Dann hiess es auch schon wieder Arizona verlassen und weiter nordwärts zum eigentlichen Tourhöhepunkt – zum ->Et(h)osha Nationalpark. Nach 350 km, wundersamer Weise fast alles geteert, standen wir vor dem grossen Tor des südlichen Park-Eingangs. Kaum im Nationalpark, kam auch schon von links und rechts das Begrüssungskomitee. Erst die Zebras, herdenweise. Dann die Impalas, vereinzelt dann ganze Herde. Ein traumhafte Anblick, diese zierlichen Rehtiere im goldgelb glänzenden Savannengras äsen und hüpfen zu sehen. Die Sonne sank immer tiefer, das Licht kam immer flacher, die Schatten wurden immer länger. Die Tiere hoben sich immer deutlicher vom Gold-gelb oder Rot der Landschaft ab: die Gnus, die Kudus, die Oryxe, die Springböcke, die Warzenschweine – und dann kamen sie wieder, von ganz weit hinten, erst ganz klein, dann immer grösser, deutlicher – und dann mitten vorm Auto: die Giraffen. Erst eine, dann zwei, dann ganz viele. Und wir hatten noch immer gute 50 km vor uns zum Osteingang bzw. zur Lodge. Und die Sonne stand immer tiefer und wurde immer roter. Ja, und dann stand er plötzlich vor der Sonne mitten im Savannengras: Colonel Hati und seine Mannschaft.  Ein Elefant schön hinter dem anderen stapften sie durchs Gras. Ganz langsam und gemütlich. Und wir konnten zufrieden, vorbei an einer riesigen Impala-Herde, das Camptor rechtzeitig vor Sonnenuntergang  erreichen.

Die ->Namutoni Lodge stellte sich als riesiges Campareal dar, für Camper, Double-Bed-Hotel-Gäste oder Chaletgäste. Wir waren beides, ein Tag im Chalet, ein Tag im Double-Bed-Room. Beides war ein kleiner Steinbau mit Kral-Holzzaun zu den Fusswegen hin. Alles sauber und einfach – oder umgekehrt. Essen gabs im Zentralrestaurant, abends outdoor morgens indoor. Abends als Mini-Wahl-Menu auf Basis des hiesigen Wildbrets. Ob im Park selbst gejagt, blieb unbeantwortet. Aber sehr schmackhaft und auch optisch nett präsentiert. Selbst Weinangebot war OK. Wie eigentlich in allen bisherigen namibischen Restaurants kamen die Weine alle aus Süd-Afrika. Sehr gut. Frühstück indoor hatte was von Grosskantine. Aber auch hier wie in allen vorherigen Lodges gab es die ‚Eiermamsel’ mit ihrer heissen Herdplatte und ihrem Eierschieber, bereit für ein fried -, scrambled oder wie auch immer egg oder omlett. Leider nie mit beans, immer nur bacon. Komisch, diese Eiermamsels konnten , fast, nie deutsch. Mittlerweile war man schon ein bisschen sensiblisiert. Ist ja eigentlich vollkommen egal, Hautpsache man bekommt was man bestellt

Der nächste Tag war AutoSafari selfmade. Eine gemüt-liche Tagestour durch die wirklich endlos wirkende Gras-Savanne oder durch rotes, totes Sandland, Buschland eher selten. Und wenn, dann mit dem Auge undurchdringlich. Und alle waren sie wieder da. Das beeindruckendste überhaupt waren die endlosen Landschaften mit teils riesigen Tierherden, vom Zebra bis zum Gnu, von der Giraffe bis zu den Elefanten. Einzeln, auf der Strasse vorm Auto oder im Familienausflug in der Ebene. An einem Wasserloch drängten sich friedlich Gnus, Zebras, Kudus, Impalas, Guinea Fowls, Meerkatzen und Greifvögel. Vereinzelt zeigte sich eine ->Riesentrappe. Die ->Sträusse nicht zu vergessen. Schon ausserhalb des Nationalparks waren sie immer präsent. Nur – weit und breit keine Grosskatze. OK, Wir hätten uns an die Reports der anderen Besucher halten können. Am Campeingang lag immer ein Buch aus mit den bemerkenswertesten ‚Sichtungen’  Da stand dann manchmal: five lions, one male, dann wieder tagelang nix. Dann two leopards oder cheetahs, dann wieder tagelang nix. Hatten Leute getroffen, denen es nicht viel anders ergangen war. Nahe der Wasserlöcher waren die grössten Chancen, kurz vor Sonnenuntergang. Aber zu diesen Zeitpunkten sah das auf den ‚Strassen’ Richtung Wasserlöcher immer ein bisschen wie rush hour aus. Also keine Löwen oder Nashörner. Nun denn. Im Krüger-National gab es damals auch keine Löwen. Ein Wasserloch nahe der Lodge haben wir probiert und brav ’ne gute Stunde bis totale Finsternis abgewartet. Kamen aber nur die fast obligatorischen Giraffen und Impalas – und tausende von Webervögeln o.ä. zum Nachtquartier im Schilf. Wenn so ein Schwarm dieser kleinen Vögel aufsteigt, hat das schon die Lautstärke eines aufdrehenden grossen Propeller-Motors ?!

Ethosha aus, wir fahr’n nachhaus. Das nächste Ziel hiess -> Waterberg Plateau. 320 km, nur Teerpiste. Bis auf die letzten fünf bis zehn Kilometer. Wilderness und Gravel pur. Bei den letzten zwei Kilometern hoch auf das Plateau waren wir froh, dass es, obwohl Winter, hier sehr selten Schnee geschweige denn Glatteis gibt. Denn selbst ein 4×4 hätte/hatte hier enorme Probleme, die Steigung zu bewältigen. An die Abfahrt haben wir erst mal garnicht gedacht. Oben belohnte uns aber ein kleines Camp mit 8 Chalets, alle an der Felskante gelegen, mit eigenem Tauchbecken und Blick über die, wiederum, endlose Weite, diesmal  der ->Kalahari. Tauchbecken mussten wir uns mit dem Chalet-Dassi teilen, er zum trinken, wir hätten uns erfrischen können. Aber es war halt Winter – und das Wasser soooo kalt  OK , auf der letzten Farm in Süd-Afrika mussten wir uns den Pool mit den Farm-Retrievern teilen

Ein sog. Dassi-Trail führte durch die Ebene zwischen den beiden Hochplateaus entlang der Nordflanke durch das Buschland. Ein Weg bergauf, bergab über kleinste und dicke Tuffsteine/Felsen, Dornbüsche, unter umgestürzten Bäumen her. Anstrengend und etwas nervig. Baboons sah man nur ‚Exkremente hinterlassend’ Aber irgendwie auch spannend. Wir konnten das in leichten Sommerklamotten absolvieren. Die kaiserlich-deutschen Soldaten trugen genau in diesem Buschland damals volle Montur. Arme Kerle. Aber dazu später.

Am Nachmittag ging es dann per Jeep mit Ranger-Begleitung ins Buschland zur Kalahari hin – auf Rhino Tour. Denn in diesem Gebiet sollte es auch Nashörner geben. Zunächst mussten wir die üblichen Verdächtigen passieren, Zebras & Co. bis wir dann, wir machten grosse Augen, den Jeep verlassen sollten und ein paar Meter ins Buschland schleichen durften. Und dann hörten wir es zuerst, dann konnte man etwas Grosses, Graues zwischen dem grauen Dornengewusel erkennen, und dann kam es ganz auf die Lichtung. Und von weiter rechts noch eins. Wir merkten dann schnell, dass der Ranger mit den Tieren vertraut war. Sollten uns dann zurückziehen um den Tieren den Weg frei zu machen, damit sie auf die Fahrspur konnten. Trotteten dann in zehn Meter Entfernung an uns vorbei und auf der anderen Seite wieder ab ins Unterholz. Trotzdem beeindruck-end. Und wir hatten grosses Ver-trauen in den Ranger. Der stand ja auch als erster vor uns.  Der dichteste Abstand war für kurze Zeit nur knapp fünf Meter. Ein paar Minuten später, wieder im Jeep, konnten wir auch eine Nashorn-Mama mit Baby beobachten. Aber hier durften wir den Jeep nicht verlassen und der Fahrer hielt respektvollen Sicherheitsabstand. Trotzdem ein schöner Abschluss der Namibia-Animal-Watch-Tour.

Die Waterberg Plateau Lodge liegt an/auf der Flanke eines der Bergzüge, die mit dem gegenüberliegenden Bergzug einen grossen Trichter, eine riesige Sackgasse bilden. Eine tödliche Sackgasse. Denn genau hier fanden 1904 die grössten Kämpfe zwischen den kaiserlichen deutschen ‚Schutztruppen’ und den Hereros statt. Die ->Hereros wurden in der Folge in die Kalahari abgedrängt und starben an Hunger und Durst. Ein ->Genozit. Im Tal findet man noch heute die deutschen Offiziersgräber und das ehemalige Schlachtfeld mit Erklärung und einem Historical Path. Alljährlich wird hier im August eine Gedenkfeier abgehalten. Im August 1981 sagte der damalige Herero-Chief Kuaima Riruako u.a.: Es ist der Lauf der Geschichte, dass aus früheren Feinden Freunde werden. Freunde, auf die Verlass ist. Die Hereros tragen keinen Hass mehr in ihren Herzen und tragen auch nichts nach. Wir strecken die Hand über die Gräber zur Freundschaft aus und sind zur Zusammenarbeit bereit.’

 Und damit schliesst sich der Kreis. Wir sind wieder am Anfang. Kehren nach Windhoek zurück und fliegen wieder nachhause, nach Deutschland.

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->reisebilder von der Namib bis zur Kalahari

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-> vorrangig reisebilder aus dem Ethosha National Park