Madeira

ein reisereport:

Insel des ewigen Frühling:

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Unten Sonne – pur    –    oben Regen – pur

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Insel des ewigen Frühling. So heisst es doch allgemein. Das hat uns hergelockt, um dem grauen-nassen Winterwetter in Deutschland zu entfliehen. Und, ja, es stimmte. Wenn wir ‚unten’ in der Küstenregion geblieben sind. An der Süd-West-Küste. An der Lee-Seite der Berge. Aber man kannte doch die Bilder aus dem Landesinneren, der Serra. Die wilden Felsen, das Hochgebirge, der rote Fels bzw. Sand, das tropische Grün in den schroffen Tälern! Da wollten wir hin. Wir haben es nahezu täglich versucht. Aber die weiss-graue Regen-Nebel-Wolkendecke lag hartnäckig über dem Hochland. ‚Serra de Agua’ heisst denn auch passend einer der ersten Orte rauf auf die Hochebene, Richtung -> Parque Natural da Madeira. Bis zum Pass am ->Bocca da Encumeada (1.007 m) haben wir es geschafft. Sturm- und Regenböen – und doch immer wieder blaue Flecken im Grau, durch die  das sonnenbestrahlte Meer in der Ferne lugte, liessen erahnen, wie schön wild und tropisch die Natur hier ist. Und das bei Sonne ? – wäre zu schön gewesen. Und dann war die Strasse durch die -> Paul da Serra, das Hochland gesperrt: wegen Erdrutsch und Reparaturarbeiten. Also blieb nur, von Funchal kommend, die Weiterfahrt hinunter zur Nordküste. Nach Beira das Lapas, nach -> Sao Vicente und ->Ponta Delgada. Alles kleine Orte entlang einer zerklüfteten Küste direkt unterhalb der Serra, an der sich die Wolken herzhaft ausregneten. Absolut sehenswert im Nord-Osten sind in dem Ort Santana die malerischen -> Santanahäuser (Madeira-Häuser). Kleine bunte strohgedeckte Häuser, deren Dach nahezu bis zum Boden reicht. Fast wie bunte  Zelte.  –  Nord- und Südküste werden in der Mitte der Insel durch einen Tunnel unter der Serra ( unter Bocca da Encumeada) verbunden – der zu einer vortrefflichen ‚Trockenstation’ für unzählige völlig durchnässte Biker mutierte.

CR7 ist mittlerweile der Code für Madeira. Kommt man mit dem Flieger, landet man auf dem -> Aeroprto Cristiano Ronaldo. Als Kreuzfahrer landet man im Hafen an und läuft ihm buchstäblich in die Arme. -> Cristiano Ronaldo überlebensgross in typischer Siegerpose. Vor dem Museum von wem? Ronaldo natürlich. Und das neben einem super-edel Hotel von ihm, in dem der Personenkult nahezu pervertiert wird. CR7. Für Fussball desinteressierte: die 7 ist die Trikotnummer dieses Herrn.?

Aber auch einer in Deutschland bestens bekannten anderen Persönlichkeit des Öffentlichen Lebens ist nicht weit von Herrn Ronaldo ein Denkmal gesetzt: der österreichischen Kaiserein Elisabeth, der -> Sissi. Stets von immer noch treuen Fans mit roten Rosen bedacht. In einem kleinen Park an der Avenida des Infantes. – Und sicherlich noch bekannter: der Entdecker -> Christoph Kolumbus wird sowohl durch eine Statue am Hafen als auch einem Nachbau seines Schiffes Santa Maria gewürdigt. Das Schiff sticht täglich zu kleinen Turns entlang der Küste westlich von Funchal ‚in See’.

Wer die Insel erkunden will, ist entweder auf organisierte Rundfahten oder einen Mietwagen angewiesen. Und wird schnell feststellen, dass Madeira auch die Insel der Tunnel ist. Autobahngleich folgt die Strasse von Funchal nach Westen der Küstenlinie, besschleunigt durch eine Vielzahl von Tunnel bis fast ‚rauf’ nach -> Ponta do Pargo. Der Tunnelausbau ist ungebremst in vollem Gang. Für ein schnelles Fort-kommen ein Segen, für die Optik und Idylle der Küste – nun ja.

->Funchal selbst ist eine kleine und in vielen Bereichen feine südländische Hauptstadt. Hafen, Altstadt, Parks, Einkaufsstrassen, Seilbahn, Aussichtspunkte, Weitblicke. Ein Tag Funchal erfordert schon gutes Schuhwerk. Aber wer in oder an der Peripherie der Stadt wohnt, kann sich ja bequem auf Einzelziele konzentrieren. Vor allem Hotels (nicht nur die von CR7) oder Hotelanlagen liefern ein Netzwerk von Zubringerbussen oder Taxen. Oder ganz einfach per pedes auch von der Peripherie lässt sich das Städtchen ohne grosse Überanstrengung erreichen. – Ein absolutes Muss ist u.a. die ->Markthalle ( Merdado dos Lavradores). Hier findet man viele Früchte, deren Namen man vielleicht schon mal gehört hat. Aber gesehen? Und in dieser Vielfalt! Verschiedenste Arten von Mangos. Eine süsser als die andere. Oder die Fruchtkolben des Philodendron. Hier wohl nur als ‚Blume’ bekannt, weniger als schmackhaftes Gemüse. Fast so gross wie kleine Maiskolben und wirklich äusserst schmackhaft. Oder Bananen in allen Grössen und Krümmungen. Oder die Pracht und Vielzahl der Blumen – eben die Blumeninsel. Allen voran die -> Strelizie, die Wappenblume Madeiras. In den Gassen rund um die Markthalle befinden sich eine ganze Reihe kleiner Restaurants mit fanffrischem Fisch u.a. Auch hier gilt: Marktbummel am frühen Vormittag und dann gemütlich in einer der bunten Kneipen Wein und kleine Speisen geniessen.

Sehr zu emfpehlen und somit auch ein must! ist eine Tour entlang der Küste, von Funchal nach Westen. Mit Stops in den kleinen Hafen- und Fischerstädtchen wie -> Ponta do Sol, -> Chaleta, -> Jardim do Mar, -> Paúl do Mar bis hin zu den schwarzen Felsen und Naturschwimmbecken von -> Porto Moniz. – Oder das krasse Gegenteil: die Ostspitze Madeiras  -> Ponta de Sao Laurenco hinter -> Machico. Hier läuft das Kontrastprogramm. Kein tropisches Grün. Nur schroffer Fels mit nahezu permanentem Sturmwind, der jeden Sonnenhut vom Kopf haut. Ein Wanderweg erklimmt die schroffen Ränder der Felsen, die sich steil in das stets schäumende Meer stürzen. Übrigens ein Paradies für Eidechsen. Einfach mal auf die sonnenerwärmten Felsseiten schauen. Wer Ausdauer hat schafft es bis zur -> Casa do Sardinha. Wanderhütten/Jausenstationen sind hier leider nicht populär geschweige denn vorhanden. Auf ganz Madeira. Schade. Der Wanderweg wird von Kilometer zu Kilometer leerer.  –  Die Steilküste westlich von Funchal bietet eine Vielzahl von teils bizarren Aussichtspunkten. Wie u.a. das -> Cabo Girao mit Blick senkrecht nach unten. Durch den Glasboden eines skywalks. Oder eine Fahrt mit der Seilbahn, entweder nach festen Zeiten oder auf Zuruf je nach Bedarf, hinunter zur Bananplantage auf dem schmalen Streifen zwischen Meer und Fels -> Fajos do Cabo Girao. Hier lädt ein kleines Strandrestaurant zur Mittagspause mit porgugiesischer Küche.  –  Überhaupt gastronomisch ergeben sich keinerlei Probleme. Wer sich nicht rundum im Hotel kaserniert versorgen lassen will findet überall Angebote, von der Frittenbude bis zum Sterne-Edelrestaurant. In Funchal. In den Aussenbezirken, in den Städtchen entlang der Küste.

Ein kleiner Tip von uns in der westlichen Peripherie von Funchal:

Madeira ist zweifelsohne eine, ja mehrere Reisen wert. Wetter ist Glücksache oder, wer kann, schielt ein bisschen auf die langfristigen Prognosen. Und wer dann die Sonne auch über der Serra erwischt, kann ein atemberaubendes Kontrastprogramm zwischen ‚faulem’ Badeurlaub und tropischen Bergwandertouren geniessen. Gerade das Hochland und durch die Schluchten entlang der Bewässerungskanäle, der -> Levadas. Die Insel wird vom Bananenanbau dominiert. Das ursprüngliche Gold Madeiras, der Rohrzucker ist nahezu verschwunden. Den Schnaps gibt’s natürlich noch ?

Reisebilder hier clicken:  >CU in Madeira?  Adeus!