Harz

Wunder-Wander-Land Deutschland:

Harz 1: Weltkulturerbe Quedlinburg                                                                                   Harz 2: Hexen-Brocken-Land Wernigerode

Harz 1: Quedlinburg – Zentrum deutscher Fachwerkkunst mit 1.300 Fachwerkhäusern ausacht Jahrhunderten. >Herr Heinrich saß am Vogelherd – Recht froh und wohlgemut – Aus tausend Perlen blinkt und blitzt der Morgenröte Glut<     Hier erhielt 919 der Sachsen-Herzog Heinrich I. die deutsche Königskrone. Basierend auf einem Wirtschaftshof des thüringischen Adligen Quitilo erwuchs in merowingischer Zeit die Stadt Quedlinburg. Der dortige Sitz des Liudolfinger Herzogs diente ihm als 1. Königssitz und war bald eine Art „Reichshauptstadt“, bis 1.053 (Heinrich IV). Auf dem dortigen Sandsteinfelsen entstand das „reichsunmittelbare“ Frauenstift Quedlinburg. Ein in sich geschlossener Verwaltungs- und Gerichtsbezirk. Wuchs rasch zu einer wohlhabenden Stadt mit Marktrecht, Steinbrücke und langer Stadtmauer mit immerhin 28 Wehrtürmen. 1426 trat die Stadt der Hanse bei und wuchs an Macht und Reichtum und strebte die Unabhängigkeit an. Dieses Bestreben wurde dann 1477 durch die amtierende Äbtissin gestoppt und die Stadt wieder in die „Kloster-Abhängigkeit“ gezwungen. Gegen Ende des 17. Jhdt. wechselte die Herrschaft von den Sachsen (August der Starke) zu den Brandenburgern. Schluss mit Hanse & Co. Aber schon Anfang des 18.Jhdt erholte sich die Bürger- und Kaufmannsschaft und begann den bis in die Neuzeit für Quedlinburg prägenden Be- und Vertrieb von Gärtnerei- und Samenzuchtprodukten. Bis heute hat sich die romanisch-romantische Bausubstanz in starkem Masse erhalten. Trotz der Welt-Kriege und des DDR-Regiemes. Das Rezept für letzteres hiess HMB(Q) = Hallesche Monolithbauweise (Typ Qedlinburg) = Fachwerkhäuser als Plattenbauten. Oder umgekehrt. Auch im Herzen Berlins im Nikolaiviertel zu besichtigen. Romanik und Romantik sind allerorten zu spüren – und zu geniessen. Eine Zeitreise auf engstem Raum. Engster Raum, sprich enge Gassen halten den zerstörerischen Strassenverkehr aus der Stadt !

Harz 2: Wernigerode und Brocken – Faustisches Hexenland– I m Unterschied zu Quedlinburg ist Wernigerode zu Füßen des Schlosses (1120 gegründet, 1862 – 83 im Stil des Historizismus völlig umgebaut) eine bunte Stadt. So wurde sie auch von Herrman Löns genannt, der hier als Redakteur arbeitete. Schon zu DDR-Zeiten wurde sie restauriert und als Vorzeigeort gepusht. Die Fachwerkhäuser sind auch hier dominant, im Stadtkern !, jedoch aus einer begrenzteren Zeitspanne stammend. Herausragend das Fachwerkhaus am Marktplatz aus 1544.

Wernigerode ist Ausgangs- und Standpunkt der Harzer Schmalspur-bahn, die mittlerweile als Attraktion den gesamten Harz vernetzt. Mehr noch dominant und eine „Symbiose“ mit der Technik eingehend: der Brocken. Spätestens sei J.W.Goethe (oder Gothy, wie Engländer und Amerikaner sagen) ein Magnet und Mysterium. Für alle Generationen und Schichten. Und Hexen aller Orten. Müssen nicht unbedingt hässlich sein. Haben wir ja spätestens seit Harry Potter gelernt.

Schloss und Brocken waren auch für uns die highlights. Auf den Brocken ging es per Eisenross zusammen mit ca. 35.456 anderen „Wanderern“. Zumindest keine Flip-Flop-Trägerinnen dabei. Alle Achtung! Ganz oben saukalt und windig. Oben mit Sweaty, Windjacke, Schal und Mütze und heisser Wurst. Unten im Tal mit dünstem T-Shirt, whow. Dann eine traumhafte Wanderung mit „nur noch“ 15.334 Leuten auf dem Weg.  Und immer pfeift die Dampflock, irgendwo. Dann wurde der Weg schmaler und einsamer – nur noch 20-30 „andere“. Und Sonne pur, blauer Himmer, Vesperfelsen und Weitblick. Herz was willst Du mehr. Vor 45 Jahren habe ich noch am Stacheldraht gestanden und auf den Brocken als „unerreichbaren“ Berg geblickt. „Halt! Zonengrenze!“

Mytos und Vergangenheit der Gegend haben meine Kids, und mich, animiert, an alte Zeiten zu denken, zu träumen und die Vergangenheit der Family aufzuarbeiten. Wird fortgesetzt.

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